KI und Präzisionsmedizin: Wie Versicherer den Wandel beschleunigen können
26 März, 2025 | Aktuell Allgemein Blog
Heute spricht jeder über Künstliche Intelligenz (KI) und die Zukunft der Präzisionsmedizin. Noch vor wenigen Jahren hätte man dieses Thema eher einem Science-Fiction-Film zugeordnet.
Ich liebe es, mich um meine Gesundheit zu kümmern, und bin ein echter Geek, wenn es um Wearables, Scores, Trainingsvolumen, Belastung oder Schlafmessung geht – Sie nennen es, ich tracke es. Aber KI kann weitaus mehr als nur einen individuellen Score liefern.
In diesem Artikel betrachten wir den Einfluss von KI auf die Präzisionsmedizin und die Rolle der Versicherungswirtschaft bei der Beschleunigung ihrer Marktreife.
Der Aufstieg der KI in der Präzisionsmedizin
Die Medizin hat jahrzehntelang nach dem Prinzip «one-size-fits-all» funktioniert – standardisierte Behandlungen basierend auf Durchschnittswerten der Bevölkerung, statt auf individuellen Unterschieden. Doch mit dem Fortschritt in der Künstlichen Intelligenz und Präzisionsmedizin bewegt sich das Gesundheitswesen hin zu hochgradig personalisierten Therapien.
Das bedeutet, wir werden endlich verstehen, warum manche Menschen allein vom Atmen zunehmen, während ihre besten Freunde dreimal täglich Junkfood essen und dennoch schlank bleiben. Und – viel wichtiger – wir werden Menschen entsprechend ihrer Genetik, ihres Lebensstils und ihrer persönlichen Vorlieben behandeln. KI verändert bereits heute die Diagnostik, Medikamentenentwicklung und Therapieplanung auf eine Weise, die wir vor wenigen Jahren kaum für möglich hielten. Werfen wir einen kurzen Blick auf einige der wirkungsvollsten Einsatzbereiche.
KI-gestützte Diagnostik
KI kann riesige Mengen an Patientendaten analysieren – von genetischen Profilen bis hin zu Echtzeit-Biometrie – und Krankheiten früher und präziser erkennen als herkömmliche Methoden. Algorithmen identifizieren Krebs, seltene genetische Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schon im prä-symptomatischen Stadium und verschaffen den Betroffenen wertvolle Zeit für die Behandlung. Dabei geht es nicht darum, Ärztinnen und Ärzte zu ersetzen, sondern ihre Fähigkeiten gezielt zu ergänzen.
Personalisierte Behandlungen
Präzisionsmedizin basiert nicht mehr auf Versuch und Irrtum. KI hilft, Patientinnen und Patienten mit den wirksamsten Therapien zu matchen – basierend auf ihrer genetischen Ausstattung und der Krankheitsausprägung. KI-gesteuerte Simulationen ermöglichen sogar virtuelle Medikamententests an digitalen Zwillingen – computergestützten Modellen einzelner Patienten.
Revolution in der Medikamentenentwicklung
KI beschleunigt die pharmazeutische Forschung, indem sie vorhersagt, welche Wirkstoffe in klinischen Studien Erfolg versprechen. Das verkürzt Entwicklungszeiten, senkt Kosten und bringt bahnbrechende Therapien schneller zu den Menschen.
Vorausschauende und präventive Gesundheitsversorgung
KI-basierte Wearables, kontinuierliche Überwachungssysteme und prädiktive Analysen erkennen frühe Warnzeichen von Krankheiten. Unsere Gesundheit wird stark durch unseren Lebensstil, den Zugang zur Versorgung und soziale Faktoren beeinflusst – Daten, die heute meist ausserhalb des medizinischen Systems liegen.
Natürlich ist die Technologie noch nicht perfekt – ich selbst war ziemlich genervt von der Stressmessung meines Oura-Rings. Dieser bewertete meinen erhöhten Puls beim Sport als Stress. Ja, technisch korrekt – aber nicht der Stress, den ich eigentlich vermeiden möchte.
Trotzdem entwickelt sich die KI weiter – bald werden wir Krankheiten erkennen und behandeln können, bevor sie sich verschlimmern. Das bedeutet dass wir uns von der Krankheitsbehandlung hin zur Gesundheitsvorsorge bewegen.
Die Medizin entwickelt sich weiter – aber wer sorgt dafür, dass diese Technologien flächendeckend zugänglich werden? Genau hier kommen Versicherer ins Spiel.
Mirela Dimofte
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